Lieferantenmanagement in der Chemie-Logistik

Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen an Chemie-Logistiker werden immer komplexer. Nicht nur Anforderungen von Behörden und öffentlichen Institutionen sind aufgrund der Gefahren der Transportgüter zu Recht kontinuierlich gestiegen, auch die Anforderungen von der Kundenseite werden immer komplexer.

Die Chemie-Transport Branche ist dabei schon von vielen Seiten reglementiert, neben gesetzlichen Anforderungen sind es klassische Normen wie ISO 9001, ISO 14001, ISO 50001, und auch BS OHSAS 18001 – vor allem aber sind es Assessments nach SQAS, die die Arbeit der Chemielogistiker überprüfen und die Ergebnisse den Auftraggebern zur Verfügung stellen. 

Sicherheits- und Qualitäts-Bewertungssystem für die Chemiebranche 

Das Sicherheits- und Qualitäts-Bewertungssystem (Safety and Quality Assessment System, SQAS) ist ein Auditsystem des Europäischen Chemischen Industrieverbands (CEFIC). Es dient der Bewertung von Aspekten der Qualität, Sicherheit sowie Gesundheit, Umweltverträglichkeit und der sozialen Verantwortung (CSR) bei Logistikanbietern.

Seit 1994 werden in einem einheitlichen Verfahren Logistikdienstleister und Distributoren, mit Schwerpunkt im Gefahrgutbereich, mit Hilfe eines standardisierten Fragenkatalogs überprüft. Die Ergebnisse dieser Gutachten werden auf der CEFIC -Homepage bereitgestellt. Dort können sich potentielle Kunden über das SQAS-Assessment ihres Logistikanbieters informieren.

Die SQAS-Fragebögen

Die CEFIC hat sechs spezielle SQAS-Fragebögen für die unterschiedlichen Logistikdienstleister entwickelt. Dabei ist der Basisfragebogen von allen Unternehmen anzuwenden. Darüber hinaus gibt es fünf Spezialfragebögen. Diese entstanden in enger Zusammenarbeit von Auftraggebern aus der Chemieindustrie und den von ihnen beauftragten Logistikdienstleistern. Einer dieser Fragebögen wurde speziell für Unternehmen mit Schwerpunkt Lagerung, Transport und Verteilung von Chemikalien entwickelt. Anders als bei ISO 9001 treten beim SQAS/ESAD die Aspekte Sicherheit, Gesundheit und Umweltverträglichkeit stärker in den Mittelpunkt. Ein SQAS-/ESAD-Assessment führt nicht zu einem Zertifikat. Stattdessen wird ein detaillierter Bericht erstellt, anhand dessen die Auftraggeber aus der Chemieindustrie die Logistikdienstleister bewerten und eine Auswahl treffen können. 

Die jeweiligen Assessments werden durch Auditoren durchgeführt, die direkt durch die CEFIC trainiert und akkreditiert werden. Die Überwachung der Auditoren wird ebenfalls durch die CEFIC gewährleistet. Damit wird eine kontinuierliche und gleichartige hohe Qualität der Assessments in ganz Europa sichergestellt. Im Rahmen eines SQAS-Assessments wird vor allem auch auf ein professionelles Lieferantenmanagement Wert gelegt. 

Lieferantenbeziehungen werden im Detail überprüft: Service Level Agreements und ein regelmäßiger Austausch über Qualitäts-, Umwelt- und Sicherheitsziele sind Grundlage eines professionellen Umgangs. Damit soll die Geschäftsbeziehung weiterentwickelt und gemeinsam an einer sicheren Arbeitsumgebung gearbeitet werden. Darüber hinaus wird in einem guten Lieferantenmanagement die Ausbildung des eingesetzten Personals in den Mittelpunkt gestellt. Der Lieferant muss nachweisen können, dass das Personal regelmäßig professionell geschult wird. Die Wirksamkeit dieser Schulungen muss überwacht werden.

Vorteile des SQAS-Assessments

Die Vorteile für beide Seiten liegen auf der Hand: Der Chemiel-Logistiker kann sicherstellen, dass die eingesetzten Dienstleister die Ware im Sinne des Kunden sicher transportieren. Der eingesetzte Lieferant erhält Impulse, wie er die Arbeitsumgebung seiner Mitarbeiter sicher gestalten und die Geschäftsbeziehung nachhaltig ausbauen kann. 

Das von der chemischen Industrie entwickelte Assessment System SQAS leistet damit einen sehr wichtigen Teil zur Steigerung der Sicherheit im Transportbereich.