ISO 50001:2018 - Alle Infos zur Norm und zum Übergangsaudit

ISO 50001:2018 - Energiemanagement der nächsten Generation

Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, Zunahme des weltweiten Handels, steigende Energiekosten: Dies alles erfordert einen neuen Ansatz bei der Nutzung von Energie – und das nicht nur für energieintensive Unternehmen. Die Umsetzung eines nachhaltigen Energiemanagementsystems unterstützt Organisationen über alle Branchen hinweg, Energieeinsparpotenzial aufzudecken und Ergebnisse zu verbessern.

Die Energiemanagementnorm ISO 50001:2018 wurde am 21. August 2018 nach einer umfassenden Revision neu veröffentlicht. Die aktuelle Überarbeitung soll Organisationen noch stärker eine optimale Nutzung ihrer energieverbrauchenden Anlagen nahebringen und die effizientere Energienutzung innerhalb der gesamten Prozesskettefördern. Die Absicht dahinter: Verbesserung der energiebezogenen Leistung, einschließlich der Optimierung der Energieeffizienz und des Energieverbrauchs. Die internationale Norm stellt dazu u.a. Anforderungen an Messverfahren, dokumentierte Information und Berichterstattung, Anlagen-Design und Beschaffungsprozesse. ISO 50001 basiert wie auch andere Managementsysteme auf dem als PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) bekannten fortlaufenden Verbesserungsprozess und kann von Organisation unabhängig von ihrer Art und Größe angewendet werden.

Mit weniger Energie zu mehr Wachstum

Ein effizienter Energieeinsatz zahlt sich im wahrsten Sinn des Wortes aus: Die Produktion höherer Stückzahlen bei gleichzeitig sinkendem Ressourcenverbrauch und die damit verbundene Reduzierung der Energiekosten tragen zu einem deutlichen Wettbewerbsvorteil bei. Energieeffi zienz ist aber auch ein Treiber für neue Geschäftsmodelle, innovative Technik und Dienstleistungen, was einen zusätzlichen Marktvorteil bedeuten kann. Letztendlich hat ein systematisches Energiemanagement viele Vorteile: Es hilft, die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren, begünstigt die Schaff ung neuer Arbeitsplätze und schützt die öffentliche Gesundheit. Und: Es trägt maßgeblich zum Umweltschutz bei, da der CO2-Ausstoß gesenkt und fossile Rohstoffe geschont werden.

 

Performance - Schritt für Schritt


Kosteneinsparung

  • Ermitteln Sie, welche Art von Energie wo und in welchem Umfang eingesetzt wird.
  • Richten Sie Kontrollelemente zur Steuerung der Energienutzung ein.
  • Ermitteln Sie Bereiche, in denen Energie verschwendet wird.
  • Verbessern Sie Ihre Beschaffungsverfahren.
     

Reputation

  • Positionieren Sie sich mit einem ethisch einwandfreien, dabei glaubwürdigen Image.
  • Reduzieren Sie Ihren CO2-Fußabdruck.
  • Verbessern Sie Ihre Wettbewerbsfähigkeit.
  • Erschließen Sie neue Märkte.
     

Einhaltung gesetzlicher Vorschriften

  • Beachten Sie alle rechtlichen Anforderungen, die auf Ihre Organisation anwendbar sind.
  • Vermeiden Sie Bußgeldzahlungen, reduzieren Sie Versicherungsprämien.
  • Lassen Sie Ihren Mitarbeitern und Stakeholdern relevante rechtliche Informationen zukommen.
  • Bereiten Sie sich auf Gesetzesänderungen vor und nutzen Sie mögliche steuerliche Anreizsysteme.
     

Kontinuität

  • Informieren Sie sich über alternative Energien.
  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über den nationalen Energiemarkt.
  • Nutzen Sie zunehmend erneuerbare Energien.
  • Agieren Sie dauerhaft energiesparend.

 

Wesentliche Änderungen und Kernanforderungen

Neben der Einführung der gemeinsamen Grundstruktur für Managementsystemnormen (High Level Structure), die ein hohes Maß an Kompatibilität mit anderen ISO-Managementnormen sicherstellt, bietet die überarbeitete Energienorm eine größere Klarheit der bestehenden Anforderungen. Zudem enthält sie eine Reihe neuer Definitionen, u. a. des Schlüsselbegriffs “Verbesserung der energiebezogenen Leistung” (energy performance improvement). Weitere Themen:

  • strategische Betrachtung von Chancen und Risiken sowie der interessierten Parteien
  • stärkere Einbindung in die Unternehmensstrategie
  • größere Verantwortung der obersten Leitung
  • Fokus auf der Bewertung und Ausrichtung anhand wesentlicher Energieeinsätze (SEU)
  • aktualisierte Begriffe und Definitionen: Präzisierung des Energieplanungsprozesses, der Energieleistungskennzahlen (EnPI) und der energetischen Ausgangsbasis (EnB), um eine fortlaufende Verbesserung erreichen zu können
  • Normalisierung von EnPI
  • deutliche Querverweise auf Anforderungen der ISO 50003 sowie den Begleitnormen ISO 50006 und ISO 500015
     

Sind Sie bereit für ein Energiemanagementsystem?

Ihr Unternehmen hat ISO 50001 bisher nicht implementiert?

Ihr Unternehmen ist bereits nach ISO 50001 zertifiziert? Der sichere Übergang mit der DQS!

Sofern Ihr Unternehmen bereits ein Energiemanagementsystem nach der alten ISO 50001 aus 2011 betreibt, müssen Sie einige Anpassungen für das Übergangsaudit vornehmen:

Ihr Konzept für den Übergang

Sparen Sie Zeit und Energie durch einen frühen Übergang

Zertifi kate nach der alten Normversion laufen am 20. August 2021 ab. Zudem können Audits nach der alten Version nur noch bis zum 20. Februar 2020 durchgeführt werden. Danach sind – anders als bei den Revisionen von ISO 9001 und ISO 14001! – nur noch Audits nach ISO 50001:2018 möglich. Wir empfehlen einen frühen Übergang, damit Sie frühzeitig von den Vorteilen des neuen Managementansatzes profitieren können. Ein guter Zeitpunkt: Vollziehen Sie den Übergang zeitgleich mit dem nächsten regulär geplanten Rezertifi zierungsaudit, sodass Sie nach einer positiven Bewertung Ihres Energiemanagementsystems ein neues Zertifi kat mit einer Gültigkeit von drei Jahren erhalten. Der Übergang ist jedoch auch während eines jeden anderen geplanten Audits möglich.

Übergangsaudit = Bereitschaftsbewertung + Systemaudit

  • Bereitschaftsbewertung (auf der Basis eines Stufe-1-Audits, i.d.R. vor Ort): Dabei achten unsere Auditoren besonders auf Ihren Projektplan für den Übergang und bewerten die Änderungen, die am Managementsystem vorgenommen wurden. Mit der Bereitschaftsbewertung können Sie auf ein erfolgreich verlaufendes Systemaudit vertrauen – oder möglichen Handlungsbedarf identifi zieren.
  • Systemaudit (auf der Basis eines Stufe-2-Audits): Umfassendes Systemaudit vor Ort, das die Implementierung der überarbeiteten Normanforderungen und die Wirksamkeit Ihres Managementsystems bewertet.
     

Sinnvoller Start: ein Delta-Audit

Mit einem zusätzlich vorgeschalteten Delta-Audit gehen Sie ganz auf Nummer Sicher. Sie erlangen Kenntnis über benötigte Ressourcen und Zeit für einen erfolgreichen Übergang auf die neue Normversion. Während des Delta-Audits bewertet der DQS-Auditor Ihr bestehendes System und stellt es allen neuen Normaspekten gegenüber. Ein Delta-Audit bewahrt Sie so vor Überraschungen im eigentlichen Übergangsaudit. Delta-Audits können jederzeit und unabhängig von regulär geplanten Audits durchgeführt werden. Ein erfolgreiches Delta-Audit kann ggf. als Stufe-1-Bereitschaftsbewertung angerechnet werden.

Zertifizierung nach ISO 50001:2018 mit der DQS

Wo es viele Optionen gibt, entstehen auch gute Fragen. Wie profi tiert Ihre Organisation am stärksten vom Übergang auf die neue Norm? Wie und wann am besten Delta- oder andere Audits planen? Setzen Sie sich einfach mit uns in Verbindung. Insbesondere zu Themen wie Matrixzertifizierung oder Stichprobenverfahren halten wir auf Anfrage viele weitere Informationen für Sie bereit – und erstellenIhnen gerne ein konkretes Angebot.

Sie haben Fragen? Schreiben Sie uns: energie(at)dqs.de