DQS im Dialog
DQS Website Abonnieren

ISO 14001 und SDG: globale Nachhaltigkeitsziele im Fokus

ISO 14001 ist die bekannteste und erfolgreichste internationale Norm, die Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem formuliert. Ihr Zweck: die Bereitstellung eines Managementrahmens zur Verbesserung der Umweltleistung eines Unternehmens – und zwar im Einklang mit sozioökonomischen Erfordernissen. Auch ein Teil der von den Vereinten Nationen herausgegebenen „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ hat den Schutz der Umwelt und den Kampf gegen den Klimawandel auf der Agenda. Lesen Sie, welchen Beitrag die Umweltnorm dazu leisten kann.
© ISO 14001 und SDG: Umweltmanagement DQS

ISO 14001 und SDG: globale Nachhaltigkeitsziele im Blick

Die Vereinten Nationen (UN) haben im Jahr 2015 im Rahmen der Agenda 2030 insgesamt 17 übergeordnete Nachhaltigkeitsziele formuliert, die spätestens bis 2030 erreicht sein sollen. Diese „Sustainable Development Goals“ (SDG) stellen eine Aufforderung an die Gesellschaft dar, den Nachhaltigkeitsgedanken in jegliche Aktivität zu integrieren. Unmittelbar angesprochen sind vor allem Regierungen, die Wirtschaft und Wissenschaft und nicht zuletzt die Verbraucher.

Die SDG fokussieren unmittelbar auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Soziales, Ökonomie und Ökologie genau wie die international anerkannte Umweltnorm DIN EN ISO 14001.

Umweltmanagement ist heute ein unabdingbarer Bestandteil nachhaltiger Unternehmensentwicklung. Die Sicherung des Lebensraumes heutiger und künftiger Generationen ist zur globalen Aufgabe geworden. Diese Verpflichtung hat Eingang in die Unternehmenspolitik zahlreicher Unternehmen gefunden. Demnach ist Umweltschutz mehr als nur die Einhaltung ordnungsrechtlicher Pflichten oder die Limitierung von Umweltauswirkungen. Im Vordergrund von ISO 14001 steht vielmehr die fortlaufende Verbesserung der betrieblichen Umweltleistung.

ISO 14001 trifft Kernaussage von SDG 13

Ein Blick auf ISO 14001 zeigt: Die Norm enthält eine Reihe teils übergeordneter, teils konkreter Anforderungen, deren Umsetzung einen direkten Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels darstellen kann, der Kernaussage des Sustainable Development Goal 13.

ISO 14001 und SDG 13

Sustainable Development Goal 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Das Nachhaltigkeitsziel 13 enthält drei Unterziele. Die eher allgemein gehaltenen Formulierungen der Unterziele lauten:

  • „Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit an klimabedingte Gefahren und Naturkatastrophen in allen Ländern.“ (SDG 13.1)
  • „Integration von Klimaschutzmaßnahmen in nationale Politiken, Strategien und Planungen.“ (SDG 13.2)
  • „Die Aufklärung und Sensibilisierung sowie die personellen und institutionellen Kapazitäten im Bereich der Abschwächung des Klimawandels, der Klimaanpassung, der Reduzierung der Klimaauswirkungen sowie der Frühwarnung verbessern.“ (SDG 13.3)

Managementsystemnorm mit nachhaltiger Wirkung

Anwender von DIN EN ISO 14001 sollen ihre Umweltleistung verbessern, Umweltziele erreichen sowie bindende Verpflichtungen erfüllen. Als Managementsystemnorm unterstützt ISO 14001 Unternehmen aber auch dabei, ihre wirtschaftlichen Ziele zu erreichen, also dauerhaft erfolgreich im Markt zu agieren. Allerdings nicht mehr um jeden Preis. Denn es gibt ein zunehmendes Verständnis darüber, dass die Entwicklung und der Wohlstand der Menschen vom Erhalt und dem Schutz unserer natürlichen Ressourcen abhängen.

DQS Workshopszene

DQS-WORKSHOPGRUNDLAGEN ZUM AUFBAU EINES UMWELTMANAGEMENT­SYSTEMS

GRUNDLAGEN ZUM AUFBAU EINES UMWELTMANAGEMENT­SYSTEMS

Lernen Sie die Struktur und wesentliche Inhalte von ISO 14001 kennen. Das erlernte Basiswissen unterstützt Sie bei der Einführung eines Umweltmanagementsystems in Ihrem Unternehmen.

Termin: 11. November 2021

Jetzt mehr erfahren

So können moderne Managementsystemnormen wie ISO 14001 und ISO 50001 (Energie) in ihrer aktuellen Version als Ergebnis einer zunehmenden Nachhaltigkeitsentwicklung gesehen werden. Sie enthalten Anforderungen, deren Erfüllung dem Nachhaltigkeitsgedanken je nach Themenbereich durchaus entgegenkommt. Sie legen Zuständigkeiten, Verhaltensweisen, Abläufe und Vorgaben zur Umsetzung der Unternehmenspolitik fest. Mit Hilfe von transparenten Strukturen in definierten Prozessen lassen sich die festgelegten Ziele systematisch erreichen. Der Umweltnorm kommt also durchaus eine positive Rolle im Kampf gegen den Klimawandel und die Verschwendung natürlicher Ressourcen zu.

UNSER TiPP: Lesen Sie auch den Blogbeitrag SDG und ISO 50001: Nachhaltigkeitsziele erreichen.

SDG-Formulierungen in konkrete Normensprache übersetzen

Welche Aussagen in den allgemeinen Formulierungen der UN-Nachhaltigkeitsziele im Detail stecken und an welchen Stellen die Umweltnorm einzahlen kann, lässt sich nicht auf Anhieb herauslesen. Näher an ISO 14001 heranformuliert sind in SDG 13 jedoch altbekannte Normanforderungen enthalten, wie

  • Berücksichtigung des Kontextes der Organisation unter Umweltgesichtspunkten
  • Formulieren einer Unternehmenspolitik, die den Umweltgedanken in den Vordergrund stellt
  • Ermitteln und Beachten der Bedürfnisse und Erwartungen (relevanter) interessierter Parteien
  • Fokus auf Umweltthemen bereits in der strategischen Planung
  • Beachten jener Umweltbedingungen, die durch die Organisation beeinflusst werden
  • Beachten des Lebenszyklus von Produkten u. a. mit Blick auf ihre Verwendung und Entsorgung
  • fortlaufende Verbesserung mit Blick auf die Umweltleistung
  • Einführen von Maßnahmen zur Reduzierung von Umweltrisiken
  • Einhaltung rechtlicher und sonstiger (bindender) Verpflichtungen

Diese Anforderungen werden derzeit weltweit von über 310.000 Normanwendern konsequent umgesetzt (ISO-Survey 2019) – und haben durchaus einen positiven Einfluss auf eine nachhaltige Entwicklung und das Erreichen globaler Klimaziele.

ISO 14001 trifft auch SDG 14 und SDG 15

Die bekannte Umweltnorm ISO 14001 trifft noch auf zwei weitere globale Nachhaltigkeitsziele:

SDG 14: Leben unter Wasser und SDG 15: Leben an Land

Beide Sustainable Development Goals lassen sich ebenfalls mit den Anforderungen von DIN EN ISO 14001 verknüpften. Denn wirksames Umweltmanagement geht weit über den Klimaschutz hinaus. Auch der Schutz von Wasser (Ozeane, Seen, Flüsse), Flora und Fauna sowie der Schutz terrestrischer Ökosysteme wie Wälder, Wiesen und Moore ist in der Umweltnorm fest verankert. Angesichts der Tatsache, dass Ozeane und große Waldflächen sowie ausgedehnte Moore wirksame CO2-Senken sind, ist deren Schutz auch ein wichtiges Thema im Kampf gegen den Klimawandel.

Ein starkes Team: SDG und ISO 14001

ISO 14001 kann in gewisser Weise die globalen Nachhaltigkeitsziele der UN unterstützen. Dies gilt prinzipiell auch für andere Mitglieder der ISO 14000er-Normenreihe, z.B. ISO 14064 (Treibhausgasemissionen, Klimamanagement). Es bleibt jedoch die Frage, welche Reichweite der Umweltnorm im Kampf gegen den Klimawandel am Ende zuzutrauen ist. Letztlich hängt ihr Beitrag stark vom Engagement und von den konkreten Gegebenheiten des anwendenden Unternehmens ab.

ISO 14001 kann die globalen Nachhaltigkeitsziele der UN unterstützen.

Unternehmen, die sich dieser Verantwortung stellen, setzen auf die systematische Verbesserung der eigenen Umweltleistung im Einklang mit sozioökonomischen Erfordernissen und betreiben somit ein glaubwürdiges Umweltmanagement. ISO 14001 bietet dafür den notwendigen Rahmen, unabhängig von Größe, Art, Standort oder Entwicklungsstand eines Unternehmens. Mit einem ISO 14001-Zertifikat zeigen Unternehmen ihren Kunden, Partnern und den interessierten Parteien, dass sie Verantwortung für die Umwelt tragen und ihre Aktivität danach ausrichten – und damit auch auf die SDG der Vereinten Nationen einzahlen.

ISO 14001 – ein Managementsystem für die Umwelt

Das Erreichen einer guten Umweltleistung erfordert die Verpflichtung eines Unternehmens zur systematischen Umsetzung und fortlaufenden Verbesserung eines Umweltmanagementsystems (UMS). Normanwender sollen mithilfe der Anforderungen die Umweltleistung verbessern, Umweltziele erreichen und rechtliche und sonstige Verpflichtungen, zu denen sich die Organisation verpflichtet hat, erfüllen. ISO 14001 wurde erstmals im Jahr 1996 veröffentlicht.

DIN EN ISO 14001:2015 – Umweltmanagementsysteme – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung I Beuth Verlag

Seit der großen Revision im Jahr 2015 verfügt die Umweltnorm wie auch alle anderen großen Managementsystemnormen über die High Level Structure (HLS/gemeinsame Grundstruktur), was die Integration in ein bereits bestehendes Managementsystem erheblich vereinfacht. Zum besseren Verständnis und der Unterstützung, wie ein Umweltmanagementsystem einzuführen, zu verwirklichen, aufrechtzuerhalten und zu verbessern ist, dient der Leitfaden ISO 14004.

DIN EN ISO 14004:2016 – Umweltmanagementsysteme – Allgemeine Leitlinien zur Verwirklichung I Beuth Verlag

Was wir für Sie tun können

Durch ein wirksames, zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 verbessern Unternehmen den betrieblichen Umweltschutz eigenverantwortlich und kontinuierlich. Risikovorbeugung, die Einhaltung von Gesetzen und Vorgaben sowie ein gestärktes Umweltbewusstsein bei Mitarbeitern sind weitere Aspekte, die zu Wettbewerbsvorteilen führen und zur Zukunftssicherung beitragen. Und: Ein international anerkanntes Zertifikat der DQS ist der sichtbare Nachweis, dass Sie Verantwortung für die Umwelt tragen.

ISO 14001 und die SDG

Zertifizierung nach ISO 14001

Mit welchem Aufwand müssen Sie rechnen, um Ihr Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 zertifizieren zu lassen? Informieren Sie sich kostenfrei und unverbindlich.

Anfrage senden

Vertrauen und Expertise

Unsere Texte werden ausschließlich von unseren hausinternen Experten für Managementsysteme und langjährigen Auditoren verfasst. Sollten Sie Fragen an den Autor haben, senden Sie uns gerne eine E-Mail an: dialog@dqs.de.