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Nachhaltige Lieferantenbewertung – Die 6 wichtigsten Fragen

Immer mehr Unternehmen lagern große Teile ihrer Wertschöpfungskette aus. In der Folge gewinnt die systematische Steuerung der Beziehung eines Unternehmens zu seinen Lieferanten an Wichtigkeit – auch unter Gesichtspunkten der unternehmerischen sozialen Verantwortung.
(c) Adobe Stock Lieferantenbewertung durch DQS

Es gilt, nicht nur im Einkauf und der Beschaffung, sondern im gesamten Unternehmen wesentliche Entscheidungen zu treffen: zur Lieferantenauswahl, Lieferantenplanung, Lieferantenintegration sowie zur Lieferantenbewertung und Lieferantenentwicklung.

Dabei ist Folgendes unabdingbar:
– diese Outsourcing-Maßnahmen intensiv zu begleiten,
– Kennzahlen zu bestimmen,
– Verbesserungsprozesse zu initiieren und
– die Wirksamkeit getroffener Maßnahmen zu bewerten.

Die Lieferantenkette im Griff – eine Frage der Sicherheit

Je sorgfältiger und nachhaltiger ein Unternehmen sein Lieferantenmanagement handhabt, desto mehr Vorteile entstehen – für das Unternehmen, seine Kunden und Lieferanten. Wo sich der Nutzen schnell zeigt, gilt es aber auch Sicherheitsaspekte zum Beispiel im Sinne von Compliance zu betrachten. Das betrifft branchenspezifische Regelsetzungen und Kriterien ebenso wie nationale und internationale Gesetzgebungen.

Ziele wie zum Beispiel der Vereinten Nationen, die in den Sustainable Development Goals aufgeführt sind, haben einen starken Empfehlungscharakter. Branchenbezogene Initiativen, wie Together for Sustainability aus der Chemie oder Datenplattformen für Transparenz im Nachhaltigkeitsengagement von Unternehmen wie SEDEX, sind hingegen oft zwingend für die Lieferanten. Und schließlich Codes of Conduct, die sich große Unternehmen nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Lieferanten verordnen.

Corporate Social Responsibility – Der Gesetzgeber rüstet auf

Im Lieferantenmanagement zeichnet sich ab, dass einer dieser Treiber weiter an Bedeutung gewinnt: nämlich die Gesetzgebung. Sie ist im Bereich der Nachhaltigkeit von einem schleichenden Übergang geprägt. Die Entwicklung geht von “Insel”-Regelungen, wie z.B. die Berichtspflicht zu nichtfinanziellen Kennzahlen, bis hin zur systematischen Erfassung von Nachhaltigkeitsthemen, insbesondere mit Fokus auf Sorgfaltspflichten. Viele freiwillige Nachhaltigkeitsinitiativen und deren Kriterien werden zunehmend durch verpflichtende, nachprüfbare und durchsetzbare Regelungen ersetzt.

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Nachhaltiges Lieferantenmanagement: Notwendigkeit oder Illusion?

Natürlich muss sich dabei unternehmerisches Wirken nach wie vor lohnen. Das ist der Grund, warum Nachhaltigkeit auf drei Säulen steht:
– Ökologie sichert die Lebensgrundlage unserer Nachfahren,
– Soziales steht für erträgliche Arbeitsbedingungen und
– Ökonomie dafür, dass wir das alles auch bezahlen können.

Nimmt man noch zentrale Aspekte wie Compliance oder Risikomanagement hinzu, wird klar, warum Lieferantenmanagement unter Einbindung von CSR-Aspekten eine strategische Entscheidung für fortdauernden Unternehmenserfolg ist.

Nachhaltige Lieferantenbewertung – 6 Fragen, 6 Antworten

Erstens: Was sind die Vorteile bei der Einbindung von Lieferanten?

Der Nutzen bei der Einbindung von Lieferanten in die eigenen Wertschöpfungsprozesse liegt klar auf der Hand: Durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Lieferanten

  • sorgen Sie für die gleichbleibende Qualität Ihrer Produkte,
  • sichern Sie die Leistungsfähigkeit bei Einkauf und Beschaffung,
  • garantieren Sie Lieferfähigkeit und Termintreue,
  • verhindern Sie finanzielle Schäden und Imageverlust,
  • werden Sie Ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht,
  • grenzen Sie Risiken und Compliance-Verstöße ein,
  • steigern Sie die Kundenzufriedenheit und -loyalität und
  • festigen Sie Ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Zweitens: Was sind die Herausforderungen bei der Auslagerung der Wertschöpfungskette?

Die zunehmende Komplexität der Zuliefermärkte sowie vielschichtige und länderübergreifende Lieferketten erfordern eine immer höhere Transparenz gegenüber Ihren Kunden sowie eine stärkere Verzahnung zwischen Lieferant und Unternehmen.

Es kann zu sprachlichen und kulturellen Hürden kommen. Ebenso kommen gesetzliche, normative und kundenspezifische Anforderungen hinzu, die zu beachten und einzuhalten sind. Die richtige Auswahl, Bewertung und regelmäßige Qualifizierung geeigneter Lieferanten ist somit entscheidend für den Erfolg Ihres Unternehmens.

„Lieferantenmanagement unter Einbindung der sozialen Verantwortung ist eine strategische Entscheidung für dauerhaften Unternehmenserfolg.“

Drittens: Wie gehen Sie bei der Lieferantenbewertung vor?

Bei der Lieferantenbewertung wird die gesamte organisatorische und technische Leistungsfähigkeit Ihrer Lieferanten bewertet – basierend auf dem Ist-Zustand und mit Blick auf den Soll-Zustand. Hierzu gehören die Begutachtung respektive Beurteilung der Lieferantenbeziehung, eine Schwachstellenanalyse sowie die Überprüfung des Lieferantenportfolios, inkl. kurzfristiger Entlastung bei Ressourcenengpässen.

Viertens: Welchen unmittelbaren Nutzen bringt eine Lieferantenbewertung?

Die Bewertung Ihrer Lieferanten sorgt für Rechtssicherheit auf Seiten Ihres Unternehmens. Sie grenzt Risiken ein und liefert eine sichtbare Qualifizierung gegenüber Ihren Abnehmern. Sie bestimmen die Qualitätsziele und Pflichten für Ihre Lieferanten und können so neue Lieferanten systematisch miteinander vergleichen und bewerten.

Bereits bestehende Lieferantenbeziehungen können aufgrund dieser Bewertung weiterentwickelt und optimiert werden. Zudem zeigt es, dass Sie die Wertschöpfung Ihres Unternehmens fundiert und kontinuierlich verbessern – und Ihrer Verantwortung, zum Beispiel in der sozialen Nachhaltigkeit, nachkommen.

Fünftens: Wie kann eine Lieferantenbewertung mit der DQS aussehen?

In unseren Lieferantenaudits werfen wir einen neutralen Blick auf die Stabilität und Belastbarkeit Ihrer Prozesse und Schnittstellen und analysieren die Prozesskonsistenz und -durchgängigkeit. Weiterhin unterstützen wir Sie bei der fortlaufenden Verbesserung Ihrer internen Lieferantenmanagement-Prozesse und optimieren gemeinsam Ihr Risikomanagement.

Sechstens: Was müssen Sie vor einer CSR-Lieferantenbewertung klären?

Gemeinsam legen Sie das weitere Vorgehen fest und klären folgende Fragen:

  • Worauf basieren die relevanten CSR-Anforderungen für Ihre Branche?
  • Warum werden CSR-Anforderungen an Lieferanten gestellt?
  • Wer stellt CSR-Anforderungen?
  • Welche Möglichkeiten der Prüfung und Beurteilung bestehen – und mit welchen Bewertungskriterien?
  • Wie lässt sich die Erfüllung der Anforderungen nachweisen?
  • Welche Lösungen eignen sich für die Lieferkette?
  • Wie kann ein individuelles CSR-Profil ermittelt werden?

Wie sieht ein Kriterienkatalog für die Lieferantenbewertung aus?

Einem (kundenspezifischen) CSR-Lieferantenaudit bzw. der Bewertung Ihrer Lieferanten unter Nachhaltigkeitskriterien sollte idealerweise eine sogenannte Wesentlichkeitsanalyse bzw. spezifische Profilanalyse vorausgehen. Ein Unternehmen kann mit Hilfe dieser Methoden zunächst sein eigenes CSR-Profil ermitteln und ggf. nicht relevante CSR-Anforderungen unberücksichtigt lassen. Mit der Analyse der relevanten Kriterien, den Risiken und dem Geltungsbereich der Organisation kann eine Bewertungsmatrix für die Lieferanten abgeleitet werden.

Lesen Sie auch: Blogbeitrag „Lieferantenbewertung in acht Schritten

Man bedient sich dabei einer zweiachsigen Matrix: An einer Achse wird die Relevanz eines Themas für die relevanten interessierten Parteien abgetragen, an der anderen Achse mögliche Auswirkungen auf (oder durch) das Geschäft. Die Stelle, an der das Thema innerhalb der Matrix platziert ist, sagt etwas über seine Wesentlichkeit aus. Aus der Analyse lassen sich Kriterienkataloge und konkrete Handlungsfelder ableiten – sowohl für Ihr Unternehmen als auch für Ihre Partner in der Lieferkette.

Tipp: Das fordert ISO 9001:2015 zur Lieferantenbewertung

Hier eine Auswahl der Normkapitel aus ISO 9001, die in Verbindung mit den Themen externe Dienstleister und Lieferantenbewertung stehen:

Kapitel 4.1: Verstehen der Organisation und ihres Kontextes

Kapitel 4.2: Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien

Kapitel 6.1: Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen

Kapitel 8.4 und Anhang A.8: Steuerung von extern bereitgestellten Prozessen, Produkten und Dienstleistungen

Anhang A.4: Risikobasiertes Denken

Lieferantenbewertung im Lieferantenmanagement: Das können wir für Sie tun

Unser Anspruch beginnt dort, wo Auditchecklisten enden: Nehmen Sie uns beim Wort! Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen und zeigen Ihnen gerne, worauf die Leistungsstärke und Qualität unserer Audits beruht.

Nämlich auf

  • kompetenten und integren, branchenerfahrenen Auditorinnen und Auditoren
  • maßgeschneiderten Lösungen, die Ihrer Organisation und Ihrem Managementsystem angemessen sind
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  • objektiven, nachvollziehbaren Ergebnissen und substantiellen Entscheidungshilfen
  • international anerkannten Zertifikaten mit hoher Marktakzeptanz
  • der Nachverfolgung von Audit-/Analyseergebnissen inklusive Wirksamkeitsprüfung getroffener Maßnahmen
  • der individuellen Erarbeitung und Erstellung von Kriterienkatalogen und Bewertungssystemen

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