DQS im Dialog
DQS Website Abonnieren

CSR – Lieferantenbewertung in acht Schritten

Nachhaltigkeit bedeutet für Unternehmen auch, ihre Lieferkette einzubeziehen. Wesentlich hierfür ist allerdings eine systematische Herangehensweise in der Risikobetrachtung und der Lieferantenbewertung. In unserem Whitepaper erfahren Sie mehr zum Aufbau und möglichen Ansätzen.
© iStock CSR-Lieferantenbewertung in acht Schritten

Für die Durchführung einer Lieferantenbewertung unter CSR-Gesichtspunkten (Corporate Social Responsibility) sollte ein Unternehmen die im Folgenden kurz angerissenen acht Schritte durchlaufen: von der Wesentlichkeitsanalyse, die das Nachhaltigkeitsprofil des eigenen Unternehmens aufzeigt hin zur Weiterentwicklung des Lieferanten nach Auswertung der Ergebnisse.

1. Relevante Nachhaltigkeitsthemen festlegen

Hierbei gilt es herauszufinden, welche Nachhaltigkeitsthemen für ein Unternehmen in der Lieferkette tatsächlich relevant sind. Die Themen werden auf mögliche Auswirkungen für das Unternehmen betrachtet und auf ihre Bedeutung für die relevanten interessierten Parteien (ggf. mit diesen zusammen). Trägt man das Ergebnis in eine Matrix ein, deren Achsen den zwei Sichtweisen entsprechen, kann aus der Stellung eines Themas dessen Wesentlichkeit abgelesen werden.

2. Verhaltenskodex anpassen

Aus der Wesentlichkeitsanalyse kann ein Verhaltenskodex (Code of Conduct) abgeleitet bzw. angepasst und dem Lieferanten zur Akzeptanz vorgelegt werden.

3. Interne Zielkonflikte identifizieren und lösen

Der Erfolg eines Lieferantenaudits hängt nicht zuletzt von der Lösung interner Zielkonflikte ab, die z. B. zwischen dem Einkauf eines Unternehmens und der für die Lieferantenbewertung unter CSR-Gesichtspunkten zuständigen Abteilung bestehen könnten (also z. B. ökonomische Interessen gegen Nachhaltigkeitsforderungen). Eine Absprache über solche Konflikte sollte unter Beteiligung aller relevanten Abteilungen erfolgen.

4. Bewertungskriterien festlegen

Zur Festlegung und Priorisierung dieser Kriterien eignet sich eine Risiko-Matrix, und zwar unter Berücksichtigung aller Stufen in der Lieferkette. Die Priorisierung entscheidet über die Art der Maßnahmen bzw. Werkzeuge, die für das Lieferantenaudit angemessen sind.

5. Nachweisverfahren festlegen

Sind die Lieferanten nach ihrer Relevanz zugeordnet, wird das Prüf- bzw. Nachweisverfahren und der Gegenstand der Prüfung unter Einbindung der Ergebnisse aus der Risikomatrix festgelegt. Als Prüfung auf Dokumentenbasis eignen sich ein Code of Conduct, eine Selbstauskunft an das Unternehmen oder eine Selbstauskunft über ein Online-Portal. Die Prüfung auf der Basis von Audits kann nach branchenübergreifenden Standards erfolgen (z. B. IQNet SR 10 oder SA8000), nach Branchelösungen (z. B. SEDEX oder TfS) oder unternehmensspezifisch nach einem vom Kunden entwickelten Forderungskatalog, der die anhand der Wesentlichkeitsanalyse ermittelten Themen enthält (z.B. CSR Risk Assessment).

6. Lieferanten für das gewählte Nachweisverfahren gewinnen

Die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen hängt vom Verständnis der Lieferanten zu Nachhaltigkeitsthemen, von den Kräfteverhältnissen und vom vereinbarten Geschäftsvolumen ab. Es ist deshalb wichtig, eine Strategie für die Mitarbeit der Lieferanten zu entwickeln und die Vorteile einer Zusammenarbeit deutlich aufzuzeigen, nicht zuletzt um Fragen beantworten und Vorbehalte entkräften zu können.

7. Lieferanten auditieren

Gegenstand des Audits sind die in Schritt 4 festgelegten Nachhaltigkeitsthemen bzw. CSR-Standards. Geprüft wird nach der in Schritt 5 festgelegten Methode, die – je nach Intensität der Prüfung – die gesamte Palette umfassen kann, also Dokumentenprüfung, Werksbegehung, Interviews etc. Es muss grundsätzlich auf fristgerechte Erfüllung der gestellten Anforderungen durch den Lieferanten geachtet werden, vor allem, wenn der Lieferant für eine Prüfmethode selbst aktiv werden muss.

8. Monitoring und Auswertung der Ergebnisse

Die Ergebnisse aus den Nachweisen können Aspekten wie Risiken, Branche, Themen, Benchmark/Best Practice, Hot Spots oder Länder zugeordnet werden. Die Auswertung kann zur Weiterentwicklung des oder der Lieferanten genutzt werden. Für die Auswertung der Ergebnisse und ein wirksames Monitoring sollten folgende Aspekte betrachtet, bzw. Maßnahmen ergriffen werden:

  • Abweichungen (Nichtkonformitäten) erkennen
  • Probleme in Schwellen- und Entwicklungsländern beachten
  • Korrekturmaßnahmen festlegen und begleiten
  • Eskalationsprozess entwickeln
  • Lieferanten entwickeln
  • Fortschritte messen, Ergebnisse diskutieren
  • Kennzahlen nutzen

Whitepaper zum Thema

In unserem kostenfreien Whitepaper stellen wir Ihnen acht Schritte zum systematischen Aufbau einer Lieferantenbewertung vor – von der Wesentlichkeitsanalyse, die das CSR-Profil Ihres eigenen Unternehmens aufzeigt, bis hin zur Weiterentwicklung von Lieferanten im Rahnen Ihres Lieferantenmanagements.

Whitepaper

Systematische Lieferantenbewertung

Lesen Sie mehr über:

  • relevante Nachhaltigkeitsthemen
  • geeignete Bewertungskriterien
  • gängige Nachweisverfahren
  • Monitoting und Auswertung der Ergebnisse
Jetzt herunterladen!