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AA1000 – Verifizierung von Nachhaltigkeitsberichten

Für Unternehmen, die ihre Nachhaltigkeitsberichte einer neutralen Prüfung unterziehen lassen wollen, eignet sich vor allem der Prüfstandard AA1000 (AccountAbility). Das Testat bescheinigt Ihrer Organisation Transparenz und Zuverlässigkeit in der Berichterstattung. Und: Es gibt allen interessierten Parteien die Gewissheit, dass der Bericht ein exaktes Abbild Ihrer Nachhaltigkeitsleistung darstellt.
© iStock AA1000 AccountAbility Assurance Standard

Immer mehr Unternehmen haben nicht nur ihre betriebswirtschaftlichen Ergebnisse im Blick. Sie fühlen sich zunehmend auch der Umwelt und der Gesellschaft gegenüber verpflichtet, vor allem aber ihren interessierten Parteien (Stakeholdern). Sie veröffentlichen deshalb regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht. Hinzu kommt, dass bestimmte Unternehmen laut der EU-Richtlinie 2014/95/EU zu einer detaillierten Berichterstattung ihrer Nachhaltigkeitsleistung verpflichtet sind. Betroffen sind EU-weit etwa 6.000 Unternehmen, die von öffentlichem Interesse sind und mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen.

Aber wie wirksam transparent und zuverlässig sind die veröffentlichten Informationen?

Unternehmen, die ihren Nachhaltigkeitsbericht auf der Basis eines weltweit anerkannten Prüfungsstandards testieren lassen möchten, entscheiden sich vielfach für AA1000AS (AccountAbility 1000 Assurance Standard). Vor allem dann, wenn ihr Fokus auf einem ausgeprägten Dialog mit ihren Stakeholdern liegt.

Was spricht für AA1000?

  • hohe Glaubwürdigkeit einer nachhaltigen Unternehmensführung durch externe die Überprüfung 
  • systematische Berücksichtigung aller erforderlichen Fakten sowie der interessierten Parteien
  • Testat durch einen international anerkannten Zertifizierer 
  • Anerkennung des Testats durch die großen Rating- und Ranking-Agenturen wie DJSI (Dow Jones Sustainability Index) und CDP (Carbon Disclosure Project)

AA1000 – Die Standards

Die AA1000-Serie wurde im Jahr 2003 von der britischen Organisation „AccountAbility“ aus dem bereits 1999 entstandenen AA1000 Framework Standard übernommen und seither fortlaufend weiterentwickelt.

Die Standards dieser Serie sind:

  • AA1000AP: Der Prinzipienstandard AA1000 AccountAbility Principles aus dem Jahr 2018.
  • AA1000AS: Der Prüfungsstandard AA1000 Assurance Standard (2008), der sich auf den Prinzipienstandard stützt (AA1000 Assurance Standard (AA1000AS, 2008) with 2018 Addendum). Seine Überarbeitung wird für 2020 erwartet.
  • AA1000SES: Der AA1000 Stakeholder Engagement Standard (2015), der eigens als Leitfaden für die Einbeziehung der Stakeholder entwickelt wurde. Er ist ein allgemein anwendbares Rahmenwerk für die Bewertung, Gestaltung, Umsetzung und Kommunikation eines hochwertigen Stakeholder Engagements.

Ausgangspunkt für eine Verifizierung sind die im Bericht enthaltenen Informationen darüber, wie Nachhaltigkeitsthemen im Unternehmen verankert sind, wie sie gemanagt und kommuniziert werden.

AA1000 – Verifizierung Ihres Nachhaltigkeitsberichts

Mit welchem Aufwand müssen Sie bei einer Berichtsprüfung nach AA1000AS rechnen? Informieren Sie sich kostenfrei und unverbindlich.

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AA1000 – vier Prinzipien für ein wirksames Nachhaltigkeitsmanagement

AA1000 basiert auf vier Prinzipien für ein wirksames Nachhaltigkeitsmanagement, die auch die Grundlage für den Prüfprozess bilden.

Inklusivität

Gezielte und systematische Einbeziehung der Stakeholder in das Nachhaltigkeitsmanagement: „Menschen sollten ein Mitspracherecht haben bei Themen, die sie unmittelbar betreffen.“
Die Einhaltung dieses Prinzips ist die Voraussetzung zur Erfüllung der nachfolgenden Prinzipien. Inklusivität bedeutet die Einbindung der interessierten Parteien bei der Entwicklung und Umsetzung einer verantwortungsbewussten Nachhaltigkeitsstrategie. Diese sollte in einem eigenen Prozess angelegt sein. Die notwendigen Kompetenzen und Ressourcen müssen vorhanden sein. Dabei können qualitative Ansprüche an das eigene geschäftliche Auftreten formuliert werden. Auch Selbstverpflichtungen gegenüber Stakeholdern oder Erklärungen zur Einhaltung internationaler Nachhaltigkeitsstandards können abgegeben werden.

Wesentlichkeit

Identifizierung der für Ihr Unternehmen und die Stakeholder relevanten Themen und Herausforderungen: „Entscheider sollten die wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen identifizieren und verstehen.“
Wesentlichkeit besteht darin, die Relevanz und die Bedeutung eines Nachhaltigkeitsthemas zu ermitteln. Wesentlich oder relevant ist alles, was die Entscheidungen, Handlungen und Leistungen eines Unternehmens bzw. seine Stakeholder beeinflusst. Auch zur Bestimmung von Wesentlichkeit muss ein eigener Prozess etabliert werden, der geeignete Informationen zu einer Analyse ausdrücklich nichtfinanzieller Aspekte bereitstellt. Damit werden die relevanten Aspekte für die Nachhaltigkeit herausgestellt und die Bedürfnisse und Erwartungen des Unternehmens und seiner interessierten Parteien ermittelt.

Reaktivität

Verantwortungsvoller Umgang mit Themen der Stakeholder: „Organisationen sollten bei wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen Transparenz zeigen.“
Reaktivität meint, wie ein Unternehmen mit Themen umgeht, die die Nachhaltigkeitsperformance ihrer Stakeholder beeinflussen. Reaktivität entsteht hauptsächlich durch entsprechende Entscheidungen und Handlungen und durch die Kommunikation mit den Stakeholdern. Das Prinzip zeigt auf, wie ein Unternehmen auf Anliegen von Stakeholdern reagiert und ob es dabei verantwortlich handelt. Dabei geht es u. a. um das Festlegen von Grundsätzen und Zielen, die Entwicklung einer Unternehmensstruktur, die Erstellung von Aktionsplänen und die Einbindung der interessierten Parteien.

Auswirkung

Auswirkung von Organisationstätigkeiten: „Organisationen sollten ihre Tätigkeiten überwachen und messen, und sie sollten Verantwortung dafür übernehmen, wie sich ihre Handlungen auf das umliegende Ökosystem auswirken.“
Unternehmen sollten sich darüber im Klaren sein, dass wesentliche Dinge direkte und indirekte Auswirkungen haben können, positive wie negative. Sie sollen sich bewusst machen, dass Auswirkungen sowohl beabsichtigt als auch unbeabsichtigt sein können, noch eintreten oder bereits eingetreten sein können und sich ggf. kurz-, mittel- oder langfristig bemerkbar machen. Das Prinzip zeigt, dass der verantwortungsvolle Umgang mit den Auswirkungen von Tätigkeiten zu einer effektiveren Entscheidungsbildung und einem ergebnisorientierten Management innerhalb der Organisation führt.

Grundlegende Fragen von AA1000

  • Ermittelt Ihr Unternehmen relevante interessierte Parteien und stellt es diese konsequent in den Mittelpunkt seines Handelns?
  • Besteht in Ihrer Organisation ein wirksames, in die Corporate-Responsibility-Strategie integriertes Stakeholder-Management?
  • Identifiziert Ihr Unternehmen wesentliche Nachhaltigkeitsthemen, und leitet es daraus entsprechende Handlungsfelder ab?
  • Wendet Ihr Unternehmen bei der Bearbeitung dieser Handlungsfelder systematische Methoden an, die die Stakeholder einbeziehen?
  • Hat Ihr Unternehmen wirksame und dokumentierte Prozesse implementiert sowie klare Zuständigkeiten für Reaktionen auf Stakeholder-Anfragen und Nachhaltigkeitskrisenfälle zugeordnet?
  • Bezieht der Kommunikationsprozess mit den Stakeholdern die für Nachhaltigkeit relevanten Unternehmensbereiche ein?

„Ein wesentliches Merkmal einer AA1000AS-Prüfung und eine der Stärken des Standards ist die Möglichkeit, noch während der Prüfung erkannte Mängel direkt zu beheben.“

AA1000AS: Variabler Prüfungsstandard

Wenn Sie Ihren Nachhaltigkeitsbericht verifizieren lassen möchten und ein Testat gemäß dem Standard AA1000AS (2008) anstreben, können Sie sowohl
– den Umfang (zwei verschiedene Module) als auch
– die Intensität der Bewertung (zwei Prüfungsniveaus)
bestimmen.

Modul Typ 1

Dieses Modul ist die Basis einer Überprüfung Ihres Nachhaltigkeitsberichts und nicht veränderbar. Hier ermitteln die Prüfer vor allem den Umgang mit Ihren Stakeholdern mittels Interviews mit dem Management und einer Dokumentenprüfung. Besondere Beachtung findet, ob die vier oben genannten Prinzipien in den betrachteten Prozessen und organisatorischen Rahmenbedingungen Ihres Nachhaltigkeitsmanagementsystems umgesetzt werden. Die Verlässlichkeit berichteter Informationen wird in diesem Modul nicht betrachtet.

Modul Typ 2

Die Anwendung dieses Moduls ist optional und setzt die Umsetzung der in Modul 1 genannten Anforderungen voraus, vor allem der vier Prinzipien. Es konzentriert sich auf die Bewertung der veröffentlichten Informationen zur Nachhaltigkeit, die für Ihre Stakeholder die höchste Entscheidungsrelevanz besitzen. Im Mittelpunkt stehen dabei Aussagekraft, Genauigkeit und Vollständigkeit der Berichterstattung sowie der Abgleich mit der internen Unternehmenssicht.

AA1000AS: Zwei kombinierbare Prüfungsniveaus

Eine Verifizierung gemäß AA1000AS kann auf zwei Prüfungsniveaus durchgeführt werden, und zwar für hohe oder für moderate Prüfungssicherheit. Der Standard legt dabei auf Ziele, Eigenschaften von Prüfungsnachweisen und Bescheinigungen zugeschnittene Anforderungen fest. Diese unterscheiden sich in ihrem Grad vor allem hinsichtlich der Prinzipien, der Angaben zur Performance und des Ausmaßes der Schlussfolgerungen.

Da verschiedene Themen Gegenstand einer Prüfung sind, kann in derselben Bescheinigung für ein Thema ein hohes, für ein anderes Thema ein moderates Niveau an Prüfungssicherheit erreicht werden.  

AA1000 zur Verifizierung des Nachhaltigkeitsberichts
Zwei kombinierbare Prüfungsniveaus

Bestimmte grundlegende Entscheidungen müssen jedoch zwingend vorab getroffen sein. So muss die Orientierung an den Ansprüchen der Stakeholder angelegt sein und es müssen geeignete Ressourcen zur Umsetzung eingeplant sein. Wegen der prozessorientierten Ausrichtung des Standards AA1000AS muss eine entsprechende Dokumentation über alle Abläufe vorliegen. Damit wird gleichzeitig die Voraussetzung geschaffen, dass Prozesse unabhängig von Personen über Schnittstellen hinweg funktionieren.

Fazit

Für nachhaltigkeitsgetriebene Börsenindizes (z.B. FTSE4good Indices, NYSE Euronext) oder relevante Investoreninitiativen (z.B. Carbon Disclosure Projekt) müssen Nachhaltigkeitsberichte durch unabhängige Dritte, wie der DQS, verifiziert werden. Als Grundlage bieten sich vor allem international anerkannte Prüfungsstandards an, wie beispielsweise AA1000AS (AccountAbility 1000 Assurance Standard).

Ein Testat nach AA1000AS bescheinigt Ihrem Unternehmen, dass Ihr Nachhaltigkeitsmanagement alle relevanten Fakten und Stakeholder einbezieht. Je nach Bedarf kann sowohl der Umfang (Modul-Typ 1 oder 2) als auch die Intensität der Berichtsprüfung (zwei Niveaus) durch Ihr Unternehmen selbst bestimmt werden.

Was die DQS für Sie tun kann

Ihr Unternehmen ist gesetzlich verpflichtet, einen Nachhaltigkeitsbericht zu veröffentlichen? Dann lassen Sie Ihren Bericht auf der Basis des Assurance Standards AA1000AS durch die DQS verifizieren. Die externe Berichtsprüfung bescheinigt Ihnen Transparenz und Glaubwürdigkeit in der Berichterstattung. Und: Sie gibt allen Akteuren die Sicherheit, dass Ihr Bericht ein exaktes und vollständiges Abbild Ihrer Nachhaltigkeitsleistung darstellt.

Unser Tipp: Die international gültigen Richtlinien der GRI Global Reporting Initiative bieten Ihnen das passende Werkzeug für die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts mit konkreten Anleitungen für die Umsetzung. Die darin enthaltenen Grundsätze und Indikatoren helfen Ihnen, die Nachhaltigkeitsleistung Ihrer Organisation zu erfassen und valide darzustellen.

Sie haben Fragen? Nehmen Sie hier Kontakt zu uns auf. Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen!