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Integriertes Managementsystem mit gemeinsamer Struktur

Die „High Level Structure“ (HLS) wurde erstmals 2012 eingesetzt. Seither ist sie das Grundgerüst aller revidierten oder neu herausgegebenen ISO-Managementsystemnormen – mit vielen positiven Effekten auf ein integriertes Managementsystem.
© iStock Integrierte Managementsysteme

Was ist ein integriertes Managementsystem?

„Werden zwei oder mehr disziplinspezifische Managementsysteme in ein einzelnes Managementsystem integriert, wird dieses als ein integriertes Managementsystem bezeichnet.“

Quelle: DIN EN ISO 19011:2018-10, 3.2 „kombiniertes Audit“

Mit Hilfe eines integrierten Managementsystems (IMS) lässt sich eine gute Balance zwischen den vielfältigen Anforderungen unterschiedlicher, themenspezifischer ISO-Normen erreichen. Und: Es trägt vor allem dazu bei, Zielkonflikte und Mehrfacharbeit paralleler Managementsysteme zu vermeiden, den Dokumentationsaufwand zu reduzieren und zugleich Synergieeffekte zu erzielen. Kurz: Unternehmensprozesse ganzheitlich zu betrachten.

Integriertes Managementsystem mit gemeinsamer Struktur – die Evolution

Mit der Veröffentlichung der Energiemanagementnorm ISO 50001 Ende August 2018 ist nun auch die letzte der großen fünf ISO-Managementsystemnormen mit der High Level Structure (HLS) ausgestattet worden. Mit dieser Grundstruktur sind zudem einheitliche Basistexte für die Kernanforderungen an Managementsysteme sowie gemeinsame Benennungen und Basisdefinitionen festgelegt. Auf diese Weise sollen unterschiedliche Managementsysteme leichter miteinander verschmolzen werden: Beschrieben im Anhang 1 zum Annex SL der aktuellen ISO/IEC Directives (deutsche Übersetzung: DIN SPEC 36601).

„HLS: Die Entwicklung der gemeinsamen Grundstruktur gilt als Meilenstein für die Normierung von Managementsystemen.“

Als im Jahr 2013 die Norm für Informationssicherheit ISO 27001 erschien, war diese zwar die erste der bedeutenderen ISO-Normen, die auf der HLS basierte. Aber erst seit der großen Revision von ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und ISO 14001 (Umweltmanagement) im Jahr 2015 ist die gemeinsame Grundstruktur einem breiteren Anwenderkreis bekannt. Im März 2018 kam ISO 45001 (Arbeits- und Gesundheitsschutz) hinzu. Heute lässt sich sagen: Mit der gemeinsamen High Level Structure ist ein IMS deutlich effizienter. Die Neuerungen haben sich bewährt, und zwar uneingeschränkt.

Organisationen, deren Managementsystem – beispielsweise nach ISO 9001 – auf Basis der High Level Structure aufbaut, haben einen spürbaren Vorteil bei der Integration und Umsetzung weiterer, normübergreifender Anforderungen. Unser Tipp: Jetzt das kostenfreie Whitepaper lesen.

Whitepaper zur HLS - Integrierte Managementsysteme

Whitepaper

HLS – Chance für ein integriertes Managementsystem

  • 10 Gründe für ein IMS
  • Gegenüberstellung der Anforderungen der „Big Five“: ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001, ISO 50001 und ISO 27001

von Rita Kagerer, Expertin für integrierte Managementsysteme

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Welche Vorteile bringt die High Level Structure?

Die Anwendung mehrerer Normen in einem integrierten Managementsystem wird deutlich einfacher, z.B. Qualitätsmanagement und Informationssicherheit. Und zwar besonders dann, wenn die grundlegende Anforderung aller angewendeten Regelwerke erfüllt wird: nämlich die vollumfängliche Integration der jeweiligen Normanforderungen in das bestehende Managementsystem und damit in die allgemeinen Geschäftsprozesse eines Unternehmens.

Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Energiemanagement, Arbeitsschutz und gesundheitsmanagement, Informationssicherheitsmanagement
Integriertes Managementsystem

Wie ein integriertes Managementsystem wirksam umgesetzt werden kann, zeigt z.B. die NEPTUN WERFT in Rostock. Ihr System wurde jüngst um die Komponenten Umweltschutz (ISO 14001) und Arbeits- und Gesundheitsschutz (ISO 45001) erweitert.

Die High Level Structure im Überblick

  1. Anwendungsbereich
  2. Normative Verweisungen: beide Abschnitte enthalten normspezifische Formulierungen und definieren die Ziele
  3. Begriffe und Definitionen: Verweis auf die allgemeinen, in der Anlage SL dargestellten Begriffe sowie alle spezifischen Begriffe für die Norm
  4. Kontext der Organisation: Verstehen der internen und externen Angelegenheiten, der Erfordernisse und Erwartungen relevanter interessierter Parteien, des Managementsystems und seines Anwendungsbereiches
  5. Führung: Verantwortung und Verpflichtung der obersten Leitung, Politik, organisatorische Funktionen, Rollen, Verantwortlichkeiten und Befugnisse
  6. Planung: Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen, Qualitätsziele und Pläne zu deren Erreichung
  7. Unterstützung: notwendige Ressourcen, Kompetenz, Bewusstsein, Kommunikation und dokumentierte Information
  8. Betrieb: Betriebliche Planung und Lenkung
  9. Leistungsbewertung: Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung, internes Audit, Managementbewertung
  10. Verbesserung: Nichtkonformität, Korrekturmaßnahmen und fortlaufende Verbesserung

Die ISO verfolgt mit der HLS auch das Ziel, den einheitlichen Gebrauch von Kerntexten, Begriffen und Definitionen sicherzustellen. Vor allem aber fördern die gemeinsamen Grundanforderungen die Integration in ein Unternehmen. So bleibt das Managementsystem schlank und effizient und erfüllt dennoch wirksam alle Bedürfnisse und Erwartungen der interessierten Parteien. Weitere Stichwörter sind: Kontext der Organisation, Führung und Verpflichtung, Prozessorientierung und der risikobasierte Ansatz.

Hat ein integriertes Managementsystem mit gemeinsamer Struktur Nachteile?

Zwar hatten die einschlägigen Managementsystemnormen ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001 und ISO 50001 bereits früher gewisse Gemeinsamkeiten in Aufbau und Inhalt vorzuweisen. Aber erst mit der HLS wurde eine Struktur geschaffen, die die Integration von Anforderungen unterschiedlicher Regelwerke bis in die letzten Winkel eines Unternehmens wesentlich erleichtert, wenn nicht überhaupt erst ermöglicht. Besonders beim Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zeigt sich dies mit ISO 45001 deutlich.

Nutzt ein Unternehmen ein integriertes Managementsystem mit gemeinsamer Struktur, so ergeben sich hieraus keinerlei Nachteile – weder aus dem einheitlichen Aufbau noch aus der Terminologie. Es gibt auch keine Anforderung, die besagt, dass die Terminologie in der dokumentierten Information eines Unternehmens zwingend anzuwenden ist. In ISO 9001:2015 finden Sie zwei informative Anhänge. Diese enthalten zwar keine Anforderungen, sind aber empfehlenswert.

  • Anhang A: Erläuterung der neuen Struktur, Terminologie und Konzepte
  • Anhang B: Übersicht anderer Normen zu Qualitätsmanagement und Qualitätsmanagementsystemen

DQS Ihr integriertes Managementsystem mit Mehrwert auditiert

Unternehmen mit einem integrierten Managementsystem verfolgen das Ziel, Schnittstellenprobleme und Doppelungen zu vermeiden, Ressourcen zu bündeln und Synergien zu nutzen – also ihre betrieblichen Abläufe ganzheitlich zu betrachten. Und genauso auditieren unsere Auditoren. Die kombinierte, zeitgleiche Zertifizierung eines IMS bietet durch die themenübergreifende Betrachtung zahlreiche Chancen. So werden z.B. nicht nur Verbesserungspotenziale, sondern auch Widersprüche zwischen den unterschiedlichen Themenfeldern erkannt.

Dabei legen wir Wert darauf, dass Sie unser Audit nicht als Prüfung, sondern als Bereicherung für Ihr Managementsystem wahrnehmen. Unser Anspruch beginnt stets dort, wo Auditchecklisten enden. Nehmen Sie uns beim Wort!

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