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Integriertes Managementsystem mit gemeinsamer Struktur

Die „High Level Structure“ (HLS) wurde erstmals 2012 eingesetzt und ist seither das Grundgerüst aller revidierten oder neu herausgegebenen ISO-Managementsystemnormen – mit vielen positiven Effekten auf integrierte Managementsysteme. Unser Angebot in diesem Beitrag: Infografiken zur HLS für die fünf wichtigsten ISO-Normen.
© iStock Intergrierte Managementsysteme - HLS

Integriertes Managementsystem mit gemeinsamer Struktur – die Evolution

Jetzt sind sie vollzählig: Mit der Veröffentlichung der Energiemanagementnorm ISO 50001 Ende August 2018 ist nun auch die letzte der großen ISO-Managementsystemnormen mit der gemeinsamen Struktur ausgestattet worden. Mit der Grundstruktur sind auch einheitliche Basistexte für die Kernanforderungen an Managementsysteme sowie gemeinsame Benennungen und Basisdefinitionen festgelegt. Auf diese Weise sollen unterschiedliche Managementsysteme leichter miteinander verschmolzen werden: Beschrieben im Anhang 1 zum Annex SL der aktuellen ISO/IEC Directives (deutsche Übersetzung: DIN SPEC 36601).

Als im Jahr 2013 die Norm für Informationssicherheit ISO 27001 erschien, war diese zwar die erste der bedeutenderen ISO-Normen, die auf der HLS basierte. Aber erst mit der großen Revision von ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umwelt) im Jahr 2015 wurde die gemeinsame Grundstruktur auch einem breiteren Anwenderkreis bekannt. Nachdem die Umstellungsfrist auf die neue ISO 9001 und ISO 14001 im September 2018 abgelaufen ist, kann man sagen: Mit der gemeinsamen HLS ist ein integriertes Managementsystem deutlich effizienter. Die Neuerungen haben sich bewährt, und zwar uneingeschränkt.

„HLS: Die Entwicklung der gemeinsamen Grundstruktur gilt als Meilenstein für die Normierung von Managementsystemen.“

Welche Vorteile bringt die High Level Structure?

Die Anwendung mehrerer Normen in einem integrierten Managementsystem wird deutlich einfacher, z. B. Qualitätsmanagement und Informationssicherheit. Und zwar besonders dann, wenn die grundlegende Anforderung aller angewendeten Regelwerke erfüllt wird: nämlich die vollumfängliche Integration der jeweiligen Normanforderungen in das bestehende Managementsystem und damit in die allgemeinen Geschäftsprozesse eines Unternehmens.

Qualitätsmanagement, Umweltmanagement, Energiemanagement, Arbeitsschutz und gesundheitsmanagement, Informationssicherheitsmanagement
Integrierte Managementsysteme

Die High Level Structure im Überblick

  1. Anwendungsbereich
  2. Normative Verweisungen: beide Abschnitte enthalten normspezifische Formulierungen und definieren die Ziele
  3. Begriffe und Definitionen: Verweis auf die allgemeinen, in der Anlage SL dargestellten Begriffe sowie alle spezifischen Begriffe für die Norm
  4. Kontext der Organisation: Verstehen der internen und externen Angelegenheiten, der Erfordernisse und Erwartungen relevanter interessierter Parteien, des Managementsystems und seines Anwendungsbereiches
  5. Führung: Verantwortung und Verpflichtung der obersten Leitung, Politik, organisatorische Funktionen, Rollen, Verantwortlichkeiten und Befugnisse
  6. Planung: Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen, Qualitätsziele und Pläne zu deren Erreichung
  7. Unterstützung: notwendige Ressourcen, Kompetenz, Bewusstsein, Kommunikation und dokumentierte Information
  8. Betrieb: Betriebliche Planung und Lenkung
  9. Leistungsbewertung: Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung, internes Audit, Managementbewertung
  10. Verbesserung: Nichtkonformität, Korrekturmaßnahmen und fortlaufende Verbesserung

Die ISO verfolgt damit auch das Ziel, den einheitlichen Gebrauch von Kerntexten, Begriffen und Definitionen sicherzustellen. Vor allem aber fördern die gemeinsamen Grundanforderungen die Integration in ein Unternehmen. So bleibt das Managementsystem schlank und effizient und erfüllt dennoch wirksam alle Bedürfnisse und Erwartungen interessierter Parteien. Weitere Stichwörter sind: Kontext der Organisation, Führung und Verpflichtung, Prozessorientierung und der risikobasierte Ansatz.

Hat ein integriertes Managementsystem mit gemeinsamer Struktur Nachteile?

Zwar hatten die einschlägigen Managementsystemnormen ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001 und ISO 50001 bereits früher gewisse Gemeinsamkeiten in Aufbau und Inhalt vorzuweisen. Aber erst mit der HLS wurde eine Struktur geschaffen, die die Integration von Anforderungen unterschiedlicher Regelwerke bis in die letzten Winkel eines Unternehmens wesentlich erleichtert, wenn nicht überhaupt erst ermöglicht. Besonders beim Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zeigt sich dies mit ISO 45001 deutlich.

Nutzt ein Unternehmen ein integriertes Managementsystem mit gemeinsamer Struktur, so ergeben sich hieraus keinerlei Nachteile, weder aus dem einheitlichen Aufbau noch der Terminologie. Es gibt auch keinerlei Grund oder eine Anforderung, die besagt, dass sie in der dokumentierten Information eines Unternehmens zwingend anzuwenden sind. In ISO 9001:2015 finden Sie zwei informative Anhänge. Diese enthalten zwar keine Anforderungen, sind aber empfehlenswert.

  • Anhang A: Erläuterung der neuen Struktur, Terminologie und Konzepte
  • Anhang B: Übersicht anderer Normen zu Qualitätsmanagement und Qualitätsmanagementsystemen

Unser Tipp: Laden Sie die grafische Darstellung der High Level Structure (HLS) für die fünf wichtigsten ISO-Normen herunter. So haben Sie alle Normen und Zusammenhänge in der praktischen Übersicht – auf einen Blick.

Die „big five“ der Managementsystemnormen und die High Level Structure

  • Infografiken zu ISO 9001, ISO 14001, ISO 27001, ISO 45001 und ISO 50001
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