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SDG und ISO 50001: Nachhaltigkeitsziele erreichen

SDG und ISO 50001: beide stehen in einem nahezu direkten Verhältnis zueinander. Wo die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (UN) im Ziel 7 fordert, den Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle zu sichern, stellt die internationale Norm ISO 50001 Anforderungen an Energiemanagementsysteme in dieser Richtung. Sie zielt dabei primär auf die Steigerung der Energieeffizienz durch eine stetige Verbesserung der energiebezogenen Leistung, vor allem in der Industrie. Welchen Beitrag kann ISO 50001 zum Erreichen des Ziels 7 der SDG leisten?
(c) iStock Energiemanagement mit ISO 50001 kann einen Beitrag zu den Sustainable Development Goals der United Nations leisten.

Die im Englischen „Sustainable Development Goals“ (SDG) genannten Ziele für nachhaltige Entwicklung repräsentieren die zentralen Aussagen der im Jahr 2015 veröffentlichten Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Die 17 Ziele zur Förderung nachhaltigen Friedens und Wohlstands richten sich an alle: die Regierungen weltweit, die Wirtschaft und Wissenschaft sowie an unsere Gesellschaft und nicht zuletzt an den Verbraucher. Die SDGs sollen global und von allen UN-Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2030 erreicht werden, teilweise bereits bis 2020, respektive erreicht worden sein. Beim SGD Ziel 7 spielt ISO 50001 eine Rolle.

Sustainable Development Goals: Das Ziel 7 lässt sich mit systematischem Energiemanagement erreichen.
Die 17 Ziele der Sustainable Development Goals (SGD) der United Nations (UN). Die SGD und ISO 50001 sind ein interessantes Thema für das Erreichen von Ziel 7.

Die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung stellen mit insgesamt 169 Einzelzielen eine (Auf-)Forderung an die Gesellschaft dar, den Nachhaltigkeitsgedanken in jegliche Aktivität zu integrieren. Die SDG orientieren sich an den drei Säulen der Nachhaltigkeit „Soziales“, „Ökologie“ und „Ökonomie“ und sprechen u.a. folgende Themen an:

  • Nahrung
  • Arbeit
  • Gesundheit
  • Umwelt
  • Energie

SDG und ISO 50001

Zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen können Managementsysteme beitragen, die internationalen ISO-Standards folgen. Diese ISO-Normen können die nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft und das Erreichen globaler Ziele unterstützen. Dies geschieht durch die Implementierung und Umsetzung von Maßnahmen und Strukturen, die von den jeweiligen Normen gefordert werden. Ein Beispiel dafür ist das Zusammenwirken von SDG und ISO 50001.

SDG Ziel 7: bezahlbare und sichere Energie

Die wesentlichen Aussagen zum Nachhaltigkeitsthema „Energie“ sind in Ziel 7 formuliert. Demnach soll sichergestellt sein, dass weltweit alle Menschen „Zugang zu bezahlbarer, sicherer, nachhaltiger und moderner Energie“ haben. Drei Unterziele konkretisieren kurz, worauf es dabei ankommt:

  • eine deutliche Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am globalen Energiemix (7.2)
  • die Verdopplung der Steigerungsrate der Energieeffizienz (7.3)
  • vermehrte internationale Zusammenarbeit, um den Zugang zu Forschung und Technik für saubere Energie zu erleichtern einschließlich Investitionen in die Energieinfrastruktur sowie Förderung sauberer Energietechnik (7.a).

SGD und ISO 50001 für Energiemanagement

Alle drei Unterziele sollen laut der Vereinten Nationen bis spätestens 2030 erreicht werden. Genau dazu kann die Managementsystemnorm ISO 50001 einen Beitrag leisten. Nur das dritte Unterziel ist mit Blick auf ISO 50001 nicht relevant.

Das Sustainable Development Goal 7 „bezahlbare und sichere Energie“ ist mit vier weiteren, globalen Zielen verknüpft:

  • Landwirtschaft (SDG 2)
  • nachhaltige Stadtentwicklung (SDG 11)
  • nachhaltiger Konsum (SDG 12)
  • Klimaschutz (SDG 13)

SDG 7 und ISO 50001: Steigerung der Energieeffizienz

Unternehmen mit einem zertifizierten Energiemanagementsystem (EnMS) nach DIN EN ISO 50001:2018 leisten mit der damit einhergehenden Steigerung der Energieeffizienz und Reduzierung des Energieverbrauchs einen Beitrag zu Unterziel 7.3. Denn genau dieser Aspekt steht im Mittelpunkt der internationalen Norm. Dabei ist es weniger bedeutend, ob die Steigerung der Energieeffizienz in einem Unternehmen ökonomisch oder eher ökologisch motiviert ist – oder beides. 

Weltweit implementieren immer mehr Unternehmen ein EnMS gemäß ISO 50001 – sowohl aus der Industrie als auch Dienstleister und öffentliche Stellen. Der aktuelle ISO Survey von 2018 weist über 18.000 Zertifikate nach der Energiemanagementnorm aus, zu denen rund 46.800 Standorte gehören – Tendenz steigend.

SDG und ISO 50001: Fahrt aufnehmen!

Für das Ziel einer Verdoppelung der Steigerungsrate der Energieeffizienz bis 2030 ist ISO 50001 also durchaus geeignet. Schon die Erstausgabe der Norm im Jahr 2011 bot Unternehmen einen geeigneten Rahmen, um Energie einzusparen und die Energieeffizienz wesentlich zu steigern. Mit der Revision von 2018 wurde die gemeinsame Grundstruktur aller neueren ISO-Managementsystemnormen mit einheitlichen Basistexten und gemeinsamen Grundbegriffen und Definitionen eingeführt (High Level Structure – HLS). Die Umstellung auf die HLS erleichtert vor allem die Integration des Energiemanagements in die strategischen Managementprozesse eines Unternehmens.

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Darüber hinaus brachte die Revision im Jahr 2018 eine Reihe von Verbesserungen und Neuerungen. Dazu gehören strategisch-technisch ausgerichtete Anforderungen, aber auch solche, die das Engagement der obersten Unternehmensleitung wie überhaupt aller am EnMS Beteiligten in den Vordergrund stellen. Dies mit der Absicht, die Wirksamkeit und die fortlaufende Verbesserung des EnMS sicherzustellen.

SDG 7: Erneuerbare Energien als Empfehlung

Mit Blick auf Ziel 7.2 für nachhaltige Entwicklung spielt ISO 50001 keine tragende Rolle. Die Norm erwähnt erneuerbare Energien zwar an einigen Stellen als durchaus empfehlenswert, beispielsweise im Anhang A.8.2 (Auslegung). Dies aber nicht ohne die Unverbindlichkeit einer solchen Empfehlung zum Ausdruck zu bringen: „Für neue Anlagen/Standorte sollten verbesserte Technologien und Verfahren, alternative Energiearten, wie erneuerbare oder weniger umweltschädliche Energieoptionen in Betracht gezogen werden.“

Die Norm betont auch eigens die wenig überraschende Tatsache, dass es für die Steigerung der Energieeffizienz gleichgültig ist, aus welchen Quellen der Strom stammt (A.6.3). Im Anhang A.8.3 (Beschaffung) trifft die Norm eine ähnliche Aussage. Dort heißt es sinngemäß, dass sich eine Veränderung oder Zunahme der Beschaffung von erneuerbarer Energie von außerhalb des Anwendungsbereichs des EnMS weder auf den Energieverbrauch, noch auf die Verbesserung der energiebezogenen Leistung auswirkt. Es wird aber noch angemerkt, dass erneuerbare Energien positive Umweltauswirkungen haben können.

Eines ist klar: Ein Zertifikat gemäß ISO 50001 erhält ein Unternehmen auch dann, wenn es ausschließlich Energie aus Braunkohle einsetzt. Dieses erfüllt dann aber alle Normanforderungen an das EnMS hinsichtlich Steigerung der Energieeffizienz und weiterer Kriterien. ISO 50001 ist eine reine Managementsystemnorm, die nicht in erster Linie auf Nachhaltigkeit zielt. Im Mittelpunkt steht die fortlaufende Verbesserung der Leistung eines EnMS und das Erreichen gewünschter Ergebnisse anhand geeigneter Prozesse.

Fazit: Wie ISO 50001 auf das SDG-Ziel 7 einzahlt

ISO 50001 hat das Zeug, auf das Ziel 7 für nachhaltige Entwicklung einzuzahlen – insbesondere Unterziel 7.3 . Die Implementierung der Norm (inkl. Zertifizierung) kann deshalb ein erster praktikabler Schritt zur Erfüllung der SDG 7 sein. ISO 50001 bietet Unternehmen mit Blick auf eine wesentliche Steigerung der Energieeffizienz und damit auf eine Senkung des Energieverbrauchs einen geeigneten Rahmen. Dass ISO 50001 als Managementsystemnorm vor allem strategische Aspekte in den Vordergrund stellt und finanzielle Anreize bereithält, ist kein Mangel. Denn geringere Energiekosten und/oder Steuerersparnisse sind ein veritabler Vorteil für die Anwender.

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