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Energiemanagement – sind Sie in der Pflicht?

Rund um das Thema Energieeffizienz und Energiemanagement gibt es eine Reihe von gesetzlichen Anforderungen, deren Erfüllung Pflichten für Unternehmen mit sich bringen kann. Damit verbunden sind in der Regel auch feste Fristen und Termine, die eingehalten werden müssen. In unserem Blogbeitrag beleuchten wir gesetzliche Anforderungen wie die Besondere Ausgleichsregelung gem. § 64 EEG 2017, den Spitzenausgleich nach der Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) gem. § 10 Stromsteuergesetz (StromStG) und die Energieeffizienzrichtlinie §§ 8-8d EDL-G.

Energiemanagement Pflicht

Profitieren von der Besonderen Ausgleichsregelung gem. § 64 EEG 2017 kann das produzierende Gewerbe. Bei Stromverbräuchen ≥ 5 GWh und der Überschreitung einer spezifischen Stromkostenintensität besteht die Pflicht zur Zertifizierung nach ISO 50001 oder EMAS. Bei Stromverbräuchen ≤ 5 GWh: mind. Zertifizierung nach dem sog. Alternativen System oder EN 16247-1. Der Antrag zur Ausgleichsregelung muss bis 30.06. eines jeden Jahres beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gestellt werden.

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ISO 50001 – EDL-G

  • Gesetzliche Anforderungen
  • Welche Unternehmen sind betroffen?
  • Was fordert das BAFA?
  • Mögliche Auditmethoden
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Auch die Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) richtet sich an produzierendes Gewerbe. Von Großunternehmen wird eine Zertifizierung des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 oder EMAS gefordert, von kleinen Unternehmen die Zertifizierung nach dem sog. Alternativen System oder EN 16247-1. Die entsprechenden Audits müssen bis 31.12. eines jeden Jahres vollständig abgeschlossen sein.

Energieeffizienzrichtlinie §§ 8-8d EDL-G: Betroffen sind alle Nicht-KMU jeder Branche. Verlangt wird die Zertifizierung des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001, EMAS oder EN 1624 7-1. Ausgeschlossen sind nur kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nach Definition gem. EU2003/361/EG. Das BAFA führt jährlich stichprobenartig Überprüfungen durch.

Im Fokus: Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G)

In diesem Jahr steht für viele Unternehmen die Wiederholung des Energieaudits an – ein guter Zeitpunkt, über eine mögliche Neuorientierung in Richtung der internationalen Norm DIN EN ISO 50001 nachzudenken. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Die Höhe der Energieverbräuche hat sich geändert, die Komplexität der Energiestrukturen hat zugenommen. Und: Unternehmen gelangen zunehmend zu der Erkenntnis, das systematisches Energiemanagement geeignet ist, um einer langfristig einer internen Energiepolitik gerecht zu werden – und damit natürlich auch dem Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G). Ein Expertenbeitrag von Julian König, DQS, in der Fachzeitschrift „MaschinenMarkt“.

Ein kurzer Rückblick: Das EDL-G wurde in Deutschland im April 2015 verabschiedet und markierte die nationale Umsetzung der europäischen Energieeffizienz-Richtlinie (2012/27/EU, Artikel 8 der EED). Die Absicht dahinter: Energieverbräuche reduzieren, um die EU-Klimaziele zu erreichen. Betroffen sind Nicht-KMU, also alle Unternehmen, die nicht zu den kleinen und mittleren Unternehmen gehören (KMU lt. „Benutzerleitfaden zur Definition von KMU“ der Europäischen Kommission).

2015 hatten sich viele Unternehmen anstelle ISO 50001 oder EMAS für ein Energieaudit nach EN 16247-1 entschieden, um den Anforderungen des EDL-G nachzukommen und möglichen stichprobenartigen Überprüfungen durch das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) standzuhalten.

Wie aber sieht es vier Jahre danach aus?

• Wiederholungsaudit nach dem „Leitfaden für die Durchführung einer energetischen Bewertung“?
• Oder Einführung und Zertifizierung eines vollumfänglichen Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 durch externe Auditoren?

In seinem Fachbeitrag analysiert Julian König beide Optionen und liefert eine gute Hilfestellung bei der Entscheidungsfindung.

Fachbeitrag zum Thema

Julian König, Experte für ISO 50001 für MaschinenMarkt, 05.08.2019

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