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Betriebliches Gesundheitsmanagement: Was bringt das?

Motivierte Mitarbeiter arbeiten effizienter und sind weniger krank – ein Umstand, von dem alle profitieren. Allein: Es müssen geeignete Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Ein Betriebliches Gesundheitsmanagement nach DIN SPEC 91020 kann die Lösung sein.
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DIN SPEC 91020 – was ist unter BGM zu verstehen?

Mitarbeiter sollen qualifiziert werden, sich in der Ausübung ihrer Tätigkeit eigenverantwortlich und gesundheitsbewusst zu verhalten. Die zentrale Frage, die sich Unternehmen in diesem Zusammenhang stellen müssen: „Was macht Mitarbeiter krank – was erhält sie gesund?“ Darauf eine sinnvolle Antwort zu finden, ist die Aufgabe des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Um systematisch und zielgerichtet an diese Aufgabe heranzugehen, steht Unternehmen bereits seit dem Jahr 2012 der Leitfaden DIN SPEC 91020 zur Verfügung. Mit der Umsetzung dieser Anforderungen können auf systematische Weise gesundheitsförderliche Strukturen gestaltet und Prozesse in der gesamten Organisation etabliert werden.

Vorteile eines betrieblichen Gesundheitsmanagements

Seit der Veröffentlichung von DIN SPEC 91020 haben immer mehr Unternehmen erkannt, dass ein effektives Gesundheitsmanagement allen Beteiligten nutzt, den Mitarbeitern wie dem Unternehmen selbst. Und die zahlreichen Vorteile, von denen beide Seiten mit der Einführung und Zertifizierung eines BGM profitieren können, liegen unmittelbar auf der Hand:

  • gesunde und zufriedene Mitarbeiter mit hoher Leistungsfähigkeit und Motivation
  • bessere Balance zwischen beruflichen und privaten Anforderungen
  • verbesserte Arbeitsqualität und Produktivität durch Reduzierung krankheitsbedingter Fehlzeiten
  • größere Handlungssicherheit hinsichtlich relevanter Gesetze und Anforderungen
  • gezielte Vorbereitung auf die Folgen des Demografischen Wandels
  • verbessertes Betriebsklima und eine Verbesserung des Arbeitgeberimages
  • Signalwirkung im Wettbewerb um hochqualifizierte Mitarbeiter
  • und vieles mehr

Allerdings braucht es für ein wirksames Betriebliches Gesundheitsmanagement geeignete Rahmenbedingungen, und die muss ein Unternehmen in der Regel erst einmal schaffen. Im Vordergrund steht eine gewisse Führungskultur: BGM ist Chefsache, also eine Aufgabe der Unternehmensführung. Die oberste Leitung muss Leitlinien formulieren, die bei den Mitarbeitern Akzeptanz finden und der individuellen Situation des Unternehmens und dessen Zielen angepasst sind. Die Einführung eines ganzheitlichen BGM-Systems ist die Lösung mit vielen Chancen – es sollte nicht als Belastung aufgefasst werden.

Wie geht ein Unternehmen an BGM heran?

Nordic Walking reicht nicht. Gerade im Ansatz einer systematischen und nachhaltigen Vorgehensweise verdeutlicht sich der Unterschied zur betrieblichen Gesundheitsförderung, die auch punktuelle und zeitlich befristete Maßnahmen beinhalten kann. Hier tritt Betriebliches Gesundheitsmanagement als Teil einer Unternehmenskultur und Managementaufgabe auf. Dank dem Aufbau und den vielen zu ISO 9001 analogen Anforderungen ist ein BGM gut in bereits bestehende Managementsysteme integrierbar. In vielen Unternehmen sind rund 75 Prozent der benötigten Ressourcen ohnehin vorhanden, sie müssen nur identifiziert und entsprechend eingesetzt werden. Aber: Einmal im Monat Nordic Walking anzubieten, reicht definitiv nicht! Es geht um nachhaltige Prävention, den tatsächlichen Bedarf der Mitarbeiter und die konkreten Bedingungen am Arbeitsplatz. Entsprechende Handlungsfelder sind z. B. die Arbeitsumgebung, Ernährung oder der Führungsstil.

Zertifizierbar auch für Einsteiger

Die DQS ist für die Zertifizierung eines BGM von der DAkkS akkreditiert. Zur Vorbereitung auf das Zertifizierungsaudit empfehlen wir Ihnen die Durchführung eines Voraudits. Diese Bestandsaufnahme zeigt das Delta zu DIN SPEC 91020 und damit Ihren Handlungsbedarf auf. Die anschließende Systemanalyse dient der Erfassung Ihres Systems mit seinen Prozessen, Regelungen und Dokumenten. Die Bewertung der Anwendung Ihres Systems erfolgt im eigentlichen Zertifizierungsaudit.

Sie möchten weitere Informationen?

  • Produktinformation DIN SPEC 91020 als PDF
  • So funktioniert das Audit
  • Interview: Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM)
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