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Arbeitsschutz und Kommunikation

Informationen zum Arbeitsschutz muss jeder beliebige Beschäftigte verstehen können – in Notfallsituationen kann dies Leben retten. ISO 45001 benennt die Anforderungen an Kommunikation, die ein Arbeitsschutzmanagementsystem erfüllen muss. Die Zusammenfassung: In unserem Whitepaper zum Download.
© Fotolia Arbeitsschutzmanagement Kommunikation

Um die Kommunikation im Rahmen des SGA-Managementsystems normgerecht zu gestalten, muss das Unternehmen einen geeigneten Prozess festlegen, umsetzen und aufrechterhalten. Mit Hilfe dieses Prozesses müssen weitere Festlegungen vorgenommen werden, vor allem worüber, wann, mit wem und wie kommuniziert wird.

Die Anforderungen zu Kommunikation finden Sie im Kapitel 7.4 von ISO 45001. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Einhaltung rechtlicher Verpflichtungen und die Berücksichtigung der interessierten Parteien. Verknüpfungen mit anderen Normkapiteln – insbesondere Kap. 8.2 „Notfallplanung und Reaktion“ – verdeutlichen, wo interne und externe Kommunikation wichtige Rollen spielen.

Kommunikationsrelevante Themen finden sich aber auch in den Kapiteln 4.1 und 4.2 (Kontext der Organisation bzw. interessierte Parteien) sowie z.B. 6.1.2 (Ermittlung von Gefährdungen / Risiken und Chancen)

Andreas Ritter, Experte für Arbeitsschutz über die Kommunikation in der ISO 45001

ISO 45001 unterscheidet ausdrücklich zwischen interner und externer Kommunikation.

Welche Schwerpunkte legt die Norm in ihren Anforderungen jeweils?


Andreas Ritter: Man kann es vielleicht so zusammenfassen: Intern muss zwischen den verschiedenen Ebenen und Funktionen mit Blick auf SGA-relevante Informationen und Änderungen des SGA-Managementsystems kommuniziert werden. Die Beschäftigten müssen die Möglichkeit haben, an der fortlaufenden Verbesserung u.a. des SGA-Managementsystems teilzuhaben. Bei der externen Kommunikation liegt der Schwerpunkt hingegen auf der Kommunikation bzw. der Mittelung relevanter SGA-Informationen nach außen, und zwar unter Berücksichtigung rechtlicher Verpflichtungen und anderer Anforderungen.

Sollte eine Organisation grundsätzlich auf einen
Notfall vorbereitet sein?


Andreas Ritter: Unbedingt, da genügt ein Blick in Kapitel 8.2 „Notfallplanung und Reaktion“. Hier wird von der Organisation gefordert, sich anhand eines festgelegten Prozesses auf mögliche Notfallsituationen vorzubereiten, damit eine planvolle Reaktion möglich ist – dabei spielt auch Kapitel 6.1.2.1 „Ermittlung von Gefährdungen“ eine Rolle. Man kann anhand dieser Verknüpfungen innerhalb der Norm sehr gut erkennen, welchen Stellenwert Kommunikation im SGA-Managementsystem einnimmt.

Beim Thema Kommunikation geht es aber nicht nur um Notfallmanagement?


Andreas Ritter: Nein, ISO 45001 greift hier auch Arbeitnehmerrechte und allgemeine Aspekte auf. Allgemein kann man sagen, dass Kommunikation im SGA-Managementsystem dann ihren Zweck erfüllt, wenn die Kommunikationspartner einander verstehen, beziehungsweise die Adressaten von SGA-Informationen deren Inhalt problemlos erfassen können (…) Die Norm spricht in diesem Zusammenhang auch von Diversitätsaspekten.

Also von der Vielfalt von Menschen?


Andreas Ritter: Ja, das ist ein ganz wichtiger Aspekt, zum Beispiel mit Blick auf Fähigkeiten und Möglichkeiten von Menschen, bezogen etwa auf Geschlecht, Sprache, Kultur, Lese- und Schreibfähigkeit, Behinderung et cetera. (…). Am Ende muss eine entsprechende SGA-Information Information gegebenenfalls mündlich überbracht beziehungsweise übersetzt werden.

Zum Interview mit Andreas Ritter für die Fachzeitschrift Sicherheitsingineur

Whitepaper

ISO 45001 – Arbeitsschutz und Kommunikation

  • Kommunikation: Fundstellen in der Norm
  • geeignete Kommunikationsprozesse
  • Kommunikation in Notfallsituationen
  • Erfüllung rechtlicher Anforderungen
Jetzt herunterladen!

Darum geht es in unserem Whitepaper: Worüber wird wann, mit wem und wie intern und extern kommuniziert? All dies muss eine Organisation nach DIN EN ISO 45001 festlegen, damit Kommunikation auch wirklich ankommt. Prozesse und Verfahren in der betrieblichen Kommunikation und auch z.B. bei Unterweisungen und Checklisten im Arbeitsschutz müssen plausibel, vollständig und zuverlässig und dabei verständlich für alle Beteiligten sein – Stichwort Diversität.

In der externen Kommunikation geht es zudem um die Einhaltung rechtlicher Verpflichtungen, z.B. bei der Notfallplanung und Reaktion auf Notfälle.

Machen Sie sich im kostenlosen DQS-Whitepaper vertraut u.a. mit folgenden Themen:

  • Kommunikation: Fundstellen in der Norm
  • geeignete Kommunikationsprozesse
  • Kommunikation in Notfallsituationen
  • Erfüllung rechtlicher Anforderungen

Fazit

Direkt kommunizieren, ggf. fragen, ob Aussagen verstanden werden – unterm Strich kommt Ritter zu dem Ergebnis, dass Austausch und Bereitstellung von Informationen ein Schlüsselfaktor sind, um Arbeitssicherheit und Gesundheit für Beschäftigte im Betrieb zu erhöhen.