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Arbeitsschutz und Compliance: Lücken schliessen

Die Einhaltung rechtlicher Verpflichtungen durch die oberste Leitung bzw. den Arbeitgeber ist eine absolute Grundbedingung für seriöses und dauerhaft erfolgreiches Wirtschaften – auch bei Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Dies gilt für jede Art von Verpflichtung, die ein Unternehmen jenseits rechtlicher Zwänge und Vorschriften wie etwa dem Arbeitsschutzgesetz eingegangen ist. Die Voraussetzung dafür ist die Identifizierung all dieser Verpflichtungen und eine konsequente Bewertung der Compliance – ein Thema auch für Führungskräfte, um ihrer Verantwortung nachzukommen!
© Fotolia Arbeitsschutz und Compliance

Die international anerkannte Norm ISO 45001 konzentriert sich auf Themen und Maßnahmen im Unternehmen, die für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA) relevant sind – und somit auch für alle Beschäftigten. Dabei geht es vor allem um die Bestimmung rechtlicher Verpflichtungen im Zusammenhang mit Arbeitssicherheit. Das Ziel: Auf diesem Wege Verantwortung zu übernehmen, Maßnahmen zu ergreifen und Gefährdungen für Mitarbeiter zu minimieren. Organisationen werden also in die Lage versetzt, Lücken im Arbeitsschutzmanagementsystem zu schließen und ihrer Compliance nachzukommen.

„Die Einhaltung rechtlicher Verpflichtungen im Arbeitsschutz ist eine zentrale Anforderung von ISO 45001.“

Ein wichtiger Teilaspekt dabei: Mit Blick auf ein integriertes Managementsystem beziehungsweise die von ISO 45001 geforderte Integration aller SGA-Themen in die allgemeinen Geschäftsprozesse ist es ohnehin notwendig, umfassende Compliance sicherzustellen. Nur so sind gravierende Schäden durch Versäumnisse im Arbeitsschutz auszuschließen. Das Bestimmen und die Einhaltung rechtlicher Verpflichtungen im Arbeitsschutz ist dabei ein Muss.

Welche Rolle spielt ISO 45001 mit Blick auf Compliance?

Die Norm für Gesundheits- und Arbeitsschutz liefert wertvolle Hinweise zur Bewertung rechtlicher Verpflichtungen. Damit versetzt sie Organisationen in die Lage, Compliance-Lücken zu schließen. In unserem kostenfreien Whitepaper „Arbeitsschutz und Compliance“ erhalten Managementsystembeauftragte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Sicherheitsbeauftragte wesentliche Informationen für Ihre tägliche Praxis.

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Arbeitsschutz und Compliance – Ein Beispiel aus dem Bereich Kommunikation

In einer Notfallsituation müssen gegebenenfalls Rettungsdienste alarmiert werden. Sind die Abläufe für die Alarmierung klar festgelegt, kann das für die Betroffenen lebensrettend sein. Manche Notfallsituationen, z.B. die Freisetzung von Schadstoffen in die Umgebung, verlangen aber nicht nur nach einer schnellen und koordinierten Alarmierung von Rettungsdiensten. Sie ziehen meist auch eine unverzügliche Meldung an die zuständige Behörde nach sich. So sollen der Schutz und die Sicherheit der Bevölkerung sowie der Umwelt gewährleistet werden. Das Unternehmen muss bei bestehender Meldepflicht also genau wissen, welche Behörde oder sonstige interessierte Partei unter welchen Gesichtspunkten benachrichtigt werden muss.

Ist eine Notfallsituation noch mit einem tödlichen Arbeitsunfall verbunden, muss der Arbeitgeber umgehend eine Unfallanzeige bei der Berufsgenossenschaft (BG) einreichen. Sie ist eine der wichtigsten interessierten Parteien, wenn es um Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz geht. Die im Unternehmen für eine solche Anzeige zuständige Stelle hat in diesem Fall keine Zeit für lange Recherchen, an wen und auf welche Weise gemeldet werden muss. Wird der Unfall zu spät oder an der falschen Stelle kommuniziert, kann das rechtliche Folgen für die Unternehmensleitung nach sich ziehen.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist in der heutigen Zeit auch eine klare Regelung zum Informationsaustausch mit diversen Medien. Vorfälle und/oder Notfälle sind in der Regel immer von großem medialen Interesse. Neben der BG und der Gewerbeaufsicht fordern ganz schnell Presse, Fernsehen und Soziale Medien relevante Informationen. Hier sollte unbedingt geregelt werden, wer kommuniziert. Ist dies in einer Notfallsituation jedem Mitarbeiter möglich, können falsche Eindrücke wiedergegeben werden, die dem Unternehmen schaden. Fazit: Es muss verbindlich festgelegt sein, wer, worüber, wann, mit wem und wie intern und extern kommunizieren soll. Auch an den Inhalt der Informationen und die Kommunikationsprozesse selbst stellt die SGA-Norm eine Reihe von Anforderungen.

Unser Tipp: Lesen Sie hier, wie die Kommunikation im Rahmen eines SGA-Managementsystems normgerecht zu gestalten ist.

ISO 45001 – Die neue SGA-Norm

ISO 45001 ist nach fünfjähriger Entwicklungszeit im März 2018 erschienen und wird 2021 den britischen Standard BS OHSAS 18001 ablösen. Die neue Norm erhebt die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA) deutlich stärker in den Rang eines strategisch bedeutenden Führungsthemas und bietet damit für deren fortlaufende Verbesserung einen geeigneten Rahmen. Im Mittelpunkt steht dabei eine der wichtigsten interessierten Parteien Ihres Unternehmens: Ihre Mitarbeiter.

DIN ISO 45001:2018-06 – Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung (ISO 45001:2018); Text Deutsch und Englisch
Quelle: Beuth Verlag

Einfache Integration in ein bestehendes Managementsystem

Die ISO-Norm folgt der gemeinsamen Grundstruktur (High Level Structure / HLS) mit Kerntexten, Begriffen und Definitionen, wie sie in allen seit 2012 überarbeiteten ISO-Managementsystemnormen zur Anwendung kommt. Damit kann das Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit nun erstmals ganzheitlich in ein bestehendes Managementsystem, z.B. nach ISO 9001 oder ISO 14001, aufgenommen werden. Dies hat viele Vorteile: Ein integriertes Managementsystem trägt vor allem dazu bei, Zielkonflikte und Doppelungen paralleler Managementsysteme zu vermeiden, Ressourcen zu bündeln und zugleich Synergieeffekte zu erzielen.

Das integrierte Managementsystem – mit Mehrwert auditiert

Die kombinierte, zeitgleiche Auditierung von vollständig integrierten Managementsystemen bietet für Unternehmen zahlreiche Chancen. Durch themenübergreifende Audits können Synergien genutzt und gleichzeitig Wechselwirkungen, aber auch Widersprüche zwischen den unterschiedlichen Themenfeldern erkannt werden. Dies erfordert eine zwischen allen Beteiligten gut abgestimmte, zielgerichtete Auditplanung.

Um den Nutzen für unsere Kunden zu erhöhen, legen wir den Schwerpunkt in der Auswahl und Weiterbildung unserer Auditoren auf ihre Mehrfachqualifikation: DQS-Auditoren decken im Durchschnitt mindestens drei Regelwerke ab.

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